Häftling Nr. 1935: „Ich lebe noch!“ 

„Durch meine Hand wird keine Frau Witwe und kein Kind Waise.“ Dies war der Leitspruch von Ernst Reiter, dem er zeit seines Lebens treu blieb. Als er 1938 zur Wehrmacht eingezogen werden sollte, weigerte er sich aus tiefster Überzeugung und die Konsequenzen wissend, das Soldbuch zu unterschreiben. Als Zeuge Jehovas lehnte er aus Glaubensgründen ab, als Soldat im Krieg zu dienen. Er wurde zunächst in Graz, dann in Grafenwöhr und schließlich im KZ Flossenbürg inhaftiert. 

Judith Ribic, die Tochter von Ernst Reiter, berichtete am 19.11. gemeinsam mit Esther Dürnberger vom Verein Lila Winkel  vor den dritten Klassen sowie der 2AS über die bedrückende, wenn auch beeindruckende Lebensgeschichte ihres Vaters. Gleichzeitig mahnte sie davor, dass diese Zeit bzw. politischen Abgründe niemals in Vergessenheit geraten und sich niemals wiederholen dürfen – mit sorgenvoller Betrachtung gegenwärtiger Tendenzen. 

Nach über vier Jahren wurde Ernst Reiter schließlich von amerikanischen Soldaten aus dem KZ befreit. Die Erlebnisse im Lager, die Demütigungen, der Hunger und das erlebte und beobachtete Leid prägten ihn und seine Familie sein ganzes restliches Leben. 

Ein großes Danke an den Verein Lila Winkel für die beiden spannenden und wichtigen Stunden! 

Text: Mag Johannes Weinberger
Foto: Luisa Handl-Wimmer

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