„In der Vorstellung liegt die Kraft des Tuns und des Seins“

Ausgehend von diesem Gedanken und inspiriert von Oskar Kokoschka, einem Hauptvertreter des österreichischen Expressionismus, setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse IKT intensiv mit dem Thema „Sehen“ auseinander. Kokoschka verstand das Sehen nicht als rein optischen Vorgang, sondern als einen emotionalen, schöpferischen und zutiefst persönlichen Akt – als Prozess, der Wahrnehmung mit innerer Vorstellungskraft verbindet. 

Im Rahmen dieses Projekts entwickelten die Jugendlichen fotografische und daraus wiederum grafische Kunstwerke, die aus selbst gestalteten Papierkulissen entstanden. Aus mehreren Blättern Papier wurden dreidimensionale Szenen geschaffen, die anschließend fotografisch festgehalten wurden. Eine so entstehende Fotografie bildete ein Viertel eines derartigen fotografischen Kunstwerks, welches wiederum mit Photoshop zu einem grafischen Gesamtkunstwerk zusammengeführt wurde. Diese Herangehensweise zeigt eindrucksvoll, wie aus einfachen Materialien ausdrucksstarke Bildwelten entstehen können. 

Die Schülerinnen und Schüler des Schwerpunkts Informations- und Kommunikationstechnologie, kurz IKT, der HAK Amstetten erlebten diese Aufgabe nicht nur als freudvollen Prozess, sondern vor allem als intensive kreative Erfahrung. Das bewusste „Sehen“, das Arrangieren von Formen, Licht und Perspektive sowie das kritische Reflektieren der eigenen Arbeit standen dabei im Mittelpunkt. 

Gerade an einer wirtschaftlich ausgerichteten Schule, in der Zahlen, Analysen und betriebswirtschaftliche Fragestellungen eine zentrale Rolle spielen, ist es von besonderer Bedeutung, kreative Räume zu schaffen. Es ist daher ein wesentliches Anliegen, im Unterricht bewusst gestalterische Prozesse zu fördern. Kreativität, Vorstellungskraft und die Fähigkeit, neue Lösungswege zu entwickeln, sind Kompetenzen, die uns – gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und künstlicher Intelligenz – nachhaltig unterscheiden und stärken. 

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass kreatives Denken kein Gegensatz zu wirtschaftlichem Denken ist, sondern eine wertvolle Ergänzung. Denn wer lernt, genau hinzusehen, entwickelt nicht nur ein Gespür für das Wesentliche, sondern auch die Fähigkeit, innovative und eigenständige Lösungen zu gestalten. 

Ein herzliches Dankeschön gilt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement, ihre Offenheit und ihre beeindruckende Kreativität. 

Text: DI Alexander Kaufmann BSc BEd MA
Fotos: Mag. Elisabeth Kropfreiter MSc, DI Alexander Kaufmann BSc BEd MA

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